"How much is the dish?“ – Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch true cost accounting bei Lebensmitteln (HoMaBiLe)

Hintergrund und Zielsetzung

Durch den Menschen verursachte Biodiversitätsverluste stellen eine existentielle Bedrohung für unsere Ökosphäre und somit in letzter Konsequenz für das Fortbestehen der Menschheit dar. Die Relevanz des Themas findet zwar zunehmend Widerhall in der Öffentlichkeit, in bisherigen politischen Maßnahmen lässt sie sich jedoch weit weniger deutlich wahrnehmen. Den wohl dringlichsten Bereich für Veränderungen stellt hierbei die Landwirtschaft als größter Flächennutzer Deutschlands dar.

Unter Einbeziehung von Lebenszyklusanalyse-Modellen (LCA) sowie metaanalytischen Methoden zielen wir innerhalb dieses Forschungsvorhabens darauf ab, die aus der Herstellung von Lebensmitteln resultierenden Umweltfolgen, welche zu einer Reduktion von Biodiversität führen und aktuell nicht in den Lebensmittelpreis eingehen, zu quantifizieren und zu monetarisieren. Verursachergerecht werden diese Umweltfolgen bzw. Umweltfolgekosten unterschiedlichen Lebensmitteln zugerechnet (polluter pays principle; auch soll zwischen konventioneller und biologischer Produktion unterschieden werden.

Eine so mögliche Internalisierung von Umweltfolgen erscheint für eine wettbewerbsfaire Einbindung externer (Biodiversitätsverlust-)Kosten in den Produktpreis – und damit zur Schaffung von Kostenwahrheit – dringend notwendig. Diese wissenschaftliche Grundlage soll für die Umsetzung in politischer Perspektive sowie der gesellschaftlichen Dimension dienen.

 

Forschende

Partner

  • Tollwood Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten mbH

Überblick

Projektlaufzeit: 2020-2021
Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung


Neuigkeiten

Neuigkeiten

02. September 2020 – Ladeneröffnung PENNY Grüner Weg in Berlin mit „wahren Preisschildern“

Die Frage, was Lebensmittel eigentlich kosten müssten, wenn ihre ökologischen Auswirkungen entlang der Lieferkette in den Verkaufspreis einflössen, wurde von WissenschaftlerInnen der Universitäten Greifswald und Augsburg erforscht und so für verschiedene Produkte des zur REWE-Group gehörenden Discounters Penny beantwortet. Die im Rahmen des Projekts ermittelten „wahren Preisschilder" wurden zur Eröffnung des Nachhaltigkeits-Erlebnismarktes „PENNY Grüner Weg“ am 02.09.2020 in Berlin-Spandau der Öffentlichkeit vorgestellt. Aufbauend auf die von den WissenschaftlerInnen entwickelte Methodik flossen die negativen Auswirkungen von Klimagasen (CO2, Lachgas und Methan), reaktivem Stickstoff, Energieverbrauch und Landnutzungsänderungen in die „wahren Kosten“ ein.

Siehe hierzu auch die Pressemitteilung der Universität Greifswald.

Nachrichtenbeiträge und Presse

Nachrichtenbeiträge und Presse

  • "So teuer wäre unser Essen, wenn Umwelt- und Klimafolgen mit eingerechnet wären", 02.10.2020, Quarks
  • "Würden Greifswalder die wahren Kosten für Lebensmittel zahlen?", 02.10.2020, OZ
  • "Why cheap groceries will hurt us in the long run", 14.09.2020, DW
  • "Discounter Penny weist wahre Verkaufspreise aus", 03.09.2020, heise online
  • "Was Lebensmittel kosten müssten: Der wahre Preis der Wurst", 31.08.2020, TAZ