"How much is the dish?“ – Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch true cost accounting bei Lebensmitteln (HoMaBiLe)

Hintergrund und Zielsetzung

Durch den Menschen verursachte Biodiversitätsverluste stellen eine existentielle Bedrohung für unsere Ökosphäre und somit in letzter Konsequenz für das Fortbestehen der Menschheit dar. Die Relevanz des Themas findet zwar zunehmend Widerhall in der Öffentlichkeit, in bisherigen politischen Maßnahmen lässt sie sich jedoch weit weniger deutlich wahrnehmen. Den wohl dringlichsten Bereich für Veränderungen stellt hierbei die Landwirtschaft als größter Flächennutzer Deutschlands dar.

Unter Einbeziehung von Lebenszyklusanalyse-Modellen (LCA) sowie metaanalytischen Methoden zielen wir innerhalb dieses Forschungsvorhabens darauf ab, die aus der Herstellung von Lebensmitteln resultierenden Umweltfolgen, welche zu einer Reduktion von Biodiversität führen und aktuell nicht in den Lebensmittelpreis eingehen, zu quantifizieren und zu monetarisieren. Verursachergerecht werden diese Umweltfolgen bzw. Umweltfolgekosten unterschiedlichen Lebensmitteln zugerechnet (polluter pays principle; auch soll zwischen konventioneller und biologischer Produktion unterschieden werden.

Eine so mögliche Internalisierung von Umweltfolgen erscheint für eine wettbewerbsfaire Einbindung externer (Biodiversitätsverlust-)Kosten in den Produktpreis – und damit zur Schaffung von Kostenwahrheit – dringend notwendig. Diese wissenschaftliche Grundlage soll für die Umsetzung in politischer Perspektive sowie der gesellschaftlichen Dimension dienen.

 

Überblick

Projektlaufzeit: 2020-2021
Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Partner

  • Tollwood Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten mbH


Forschende


Um was geht's? - HoMaBiLe in 3 Minuten:


Forschungsartikel und Veröffentlichungen

Forschungsartikel und Veröffentlichungen

  • Pieper, M., Michalke, A. & Gaugler, T. Calculation of external climate costs for food highlights inadequate pricing of animal products. Nat Commun 11, 6117 (2020). https://doi.org/10.1038/s41467-020-19474-6
    Short link to PDF: https://rdcu.be/ccgcs
  • Gaugler, T., Michalke, A., Pieper, M. (2020). Wahre Preise würden die Nachfrage verändern – Ein wirtschaftswissenschaftlicher Beitrag zur In-Wert-Setzung landwirtschaftlicher Erzeugnisse; in: Dossier 7/8-2020 (S.6-9), Die wirklichen Kosten unserer Lebensmittel, Misereor.
Neuigkeiten

Neuigkeiten

Grafik: Ines Schaffranek
Bild: Maximilian Pieper
Foto: Amelie Michalke

Impulsvortrag bei der Deutschen Umwelthilfe e.V. 

Amelie Michalke leitet den Workshop der DUH mit dem Thema "Ernährungsweisen als Ursache für den Stickstoffüberschuss: wie hoch sind die Kosten und wer trägt die Verantwortung für nachhaltigen Konsum?" mit einem Impulsvortrag über die Forschungsthemen von HoMaBiLe ein. 

Eine Grafikerin zeichnete den Vortrag live sehr stimmungsvoll auf (siehe Bild). 

 

Paper von Wikipedia ausgezeichnet als significant scientific event occured in 2020 

Die weltweit größte, freie Enzyklopädie Wikipedia erarbeitet jährlich eine Liste mit bedeutenden wissenschaftlichen Ereignissen des Jahres. Für den Dezember 2020 wurde auch das Paper "Calculation of external climate costs for food highlights inadequate pricing of animal products" (Pieper et al. 2020) aufgenommen. 

 

Interview mit der renommierten Zeitschrift The Guardian rückt die Forschung zu externen Kosten der Landwirtschaft in das Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit (23.12.2020)

The Guardian veröffentlicht kurz vor dem Jahreswechsel einen Artikel zum neu erschienenen Paper (Pieper et al. 2020, Nature Communications) bezüglich der Klimakosten verschiedener Lebensmittel. "The prices are lying. Climate costs are rising and we are all paying these costs – they are not adequately put on to the [most polluting] products.", sagt Co-Autorin Amelie Michalke im Interview mit The Guardian; im Artikel "Organic meat production just as bad for climate, study finds" sind die Ergebnisse des Papers verständlich und präzise zusammenfasst. 

 

Veröffentlichung in Nature Communications -  Calculation of external climate costs for food highlights inadequate pricing of animal products (16.12.2020)

Amelie Michalke publiziert zusammen mit Kollegen Maximilian Pieper (TU München) und Tobias Gaugler (Universität Augsburg) die Kalkulation von externen Treibhausgaskosten verschiedener Lebensmittel. Deutlich wird: vor allem tierische Lebensmittel, insbesondere Fleisch, sind derzeit zu niedrig bepreist. Diese Marktverzerrung führt zu überproportionalem Konsum mit Folgen für das Klima, und folglich den Menschen. 

 

Autoren: Maximilian Pieper, Amelie Michalke, Tobias Gaugler

DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-020-19474-6

 

Siehe hierzu die Pressemitteilung der Universität Greifswald. 

Hier gehts zum Open Access Paper als PDF: https://rdcu.be/ccgcs

 

Wahre Preise - Projekt mit PENNY (01.09.2020)

Die Frage, was Lebensmittel eigentlich kosten müssten, wenn ihre ökologischen Auswirkungen entlang der Lieferkette in den Verkaufspreis einflössen, wurde von WissenschaftlerInnen der Universitäten Greifswald und Augsburg erforscht und so für verschiedene Produkte des zur REWE-Group gehörenden Discounters Penny beantwortet. Die im Rahmen des Projekts ermittelten „wahren Preisschilder" wurden zur Eröffnung des Nachhaltigkeits-Erlebnismarktes „PENNY Grüner Weg“ am 02.09.2020 in Berlin-Spandau der Öffentlichkeit vorgestellt. Aufbauend auf die von den WissenschaftlerInnen entwickelte Methodik flossen die negativen Auswirkungen von Klimagasen (CO2, Lachgas und Methan), reaktivem Stickstoff, Energieverbrauch und Landnutzungsänderungen in die „wahren Kosten“ ein.

Siehe hierzu den Endbericht des Projekts.

Siehe hierzu auch die Pressemitteilung der Universität Greifswald.

Nachrichtenbeiträge und Presse

Nachrichtenbeiträge und Presse

Artikel

  • "Was kosten unsere Lebensmittel wirklich?", 29.01.2021, BMBF
  • "Is organic meat better for the environment?", 11.01.2021, livekindly.co
  • "Schattenpreise: Wie viel Lebensmittel kosten müssten", 09.01.2021, Der Standard
  • "Organic meat production just as bad for climate, study finds", 23.12.2020,The Guardian
  • "TUM: Fleischpreise verzerrt niedrig, weil Klimafolgen nicht beachtet", 16.12.2020, TopAgrar
  • "So teuer wäre unser Essen, wenn Umwelt- und Klimafolgen mit eingerechnet wären", 02.10.2020, Quarks
  • "Würden Greifswalder die wahren Kosten für Lebensmittel zahlen?", 02.10.2020, OZ
  • "Was sind unsere Lebensmittel wirklich wert?", 15.09.2020, BR
  • "Folhekosten inklusive - Die wahren Preise unserer Lebensmittel", 15.09.2020, hr-fernsehen
  • "Why cheap groceries will hurt us in the long run", 14.09.2020, DW
  • "Wahre Preise: So viel kosten Lebensmittel im Supermarkt wirklich", 03.09.2020, Moment.at
  • "Discounter Penny weist wahre Verkaufspreise aus", 03.09.2020, heise online
  • "Wahre Kosten von Lebensmitteln sind höher als ihr Preis", 02.09.2020, TopAgrar
  • "Um das Klima zu schützen: So viel müssten Lebensmittel wirklich kosten", 02.09.2020, Focus online
  • "Was Lebensmittel kosten müssten: Der wahre Preis der Wurst", 31.08.2020, TAZ

Podcasts

Videobeiträge

  • "Folgekosten inklusive: die wahren Preise von Lebensmitteln", Ausstrahlung 05.12.2020, NDR - Die Ratgeber
  • "Der wahre Preis der Lebensmittel", 03.09.2020, Arte
  • "WAHRE KOSTEN: So hoch wären die Lebensmittelpreise mit Umweltkosten inbegriffen", 03.09.2020, Welt
Konferenzbeiträge

Konferenzbeiträge

  • Michalke A., Pieper M., Gaugler T. (2020): Sustainable foodstuff consumption – An approach for price induced demand direction. Oral Presentation at 4th International Conference on Global Food Security. Online conference.
  • Michalke A., Boldoczki S., Meßmann L., Dusch C., Gaugler T. (2020): True cost accounting of organic and conventional foodstuff: Does LCA sufficiently evaluate agricultural sustainability?. Poster Presentation at URP 2020. Online conference.
  • Boldoczki S., Michalke A., Meßmann L., Gaugler T., Thorenz A. (2020): Internalizing the environmental costs of organic and conventional food production on LCA midpoint and endpoint level. Poster Presentation at LCA Food 2020. Online conference.
Diskussionsrunden und eingeladene Vorträge

Diskussionsrunden und eingeladene Vorträge

  • 03. Februar 2021: Impulsvortrag beim Onlineworkshop der Deutschen Umwelthilfe e.V. 
  • 01. Februar 2021: Lunchtime Session bei der Bertelsmann Stiftung
  • 15. Dezember 2020: Expert Call with Blonk Consultants regarding Agri-Footprint LCA Database
  • 9. Dezember 2020: Expertengespräch mit MEG Milch Board w.V. 
  • 8. Dezember 2020: Expert Call with Ecosta BV and TAAP Coalition 
  • 2. Dezember 2020: Gastvortrag für das interne Forschungsseminar der Fachgebiete Agrarpolitik, Agrarmärkte und internationaler Handel der Universität Hohenheim
  • 1. Dezember 2020: Expert Call mit CE Delft bezüglich des Environmental Prices Handbook
  • 24. November 2020: Expert Call mit  „Aboca S.P.A. – Società Agricola“ und Prof. Geremia Gios (Univversità die Trento)
  • 11. November 2020: Expert Talk bei der Project Together Organisation für die Innovationsplattform für klimapositive Landwirtschaft und Ernährung im Rahmen der Farm-Food-Climate Challenge
  • 22. Oktober 2020: Expert Call on food prices and sustainable food with The European Consumer Organisation
  • 08. Oktober 2020: Expert Workshop on healthy diets and sustainable food systems with Thünen Institut
  • 06. Oktober 2020: Informational Presentation of Research Project with REWE Far East
  • 24. Oktober 2020: Diskussionsrunde mit MdB Dr. Volker Ullrich (CSU)
Eingeladene Artikel

Eingeladene Artikel

  • Hentschl M., Michalke A., Gaugler T., Stoll-Kleemann, S. (2021). Incentives for dietary transition through monetizing environmental impacts of land use change – A case study on German food consumption. To be published in: Sustainability Science. Special Issue “Dietary transitions and sustainability: current patterns and future trajectories”.
  • Michalke A., Gaugler T., Stoll-Kleemann S. (2021). Does full cost pricing for food alter consumer perceptions and purchasing behavior? To be published in: Environment: Science and Policy for Sustainable Development.