Exkursionen 2022

Thüringen-Exkursion (Einführung in die Geologische Geländearbeit)

Thüringen-Exkursion (Einführung in die Geologische Geländearbeit)

Abfolge fluvialer Sedimente der Trias in einem auflässigen Steinbruch bei Dorndorf

Zeitraum: 15.08. – 25.08.2022

Leitung: Prof. Heiko Hüneke

Ziel der Exkursion ist eine Einführung in den geologischen Stockwerksbau von Mitteleuropa am Beispiel von Thüringen. Ausgewählte lithostratigraphische Einheiten im Grundgebirge, im Übergangs­stockwerk und im Deckgebirge werden analysiert. Dabei stehen die Dokumentation und Interpretation von geologischen Geländebefunden im Vordergrund (Morphologie, Lagerungs­verhältnisse, Petrographie, Sedimentstrukturen, Geometrie von Sedimentkörpern und lithologischen Einheiten, Strukturdaten, wirtschaftliche Aspekte). Unterschiedlichste geologische Arbeitstechniken und Methoden werden trainiert (Aufnahme von Schichtprofilen, Aufschlussskizzen, Kompassmessungen, u.a.), vor allem aber das räumliche Vorstellungsvermögen.

Vorrangig für Studenten im BSc Geologie. Übernachtet wird in Herbergen in Eisenach und Saalfeld. Ein Finanzierungszuschuss zur Exkursion seitens der Universität steht zur Verfügung.

Bornholm-Exkursion (Sedimentary facies and Architecture)

Bornholm-Exkursion (Sedimentary facies and Architecture)

Inspektion kambrischer Sedimente in einem auflässigen Steinbruch auf Bornholm

Zeitraum: 30.06. – 05.07.2022

Leitung: Prof. Heiko Hüneke

Sedimentärer Ablagerungssysteme sind das Thema der Exkursion. An ausgewählten Beispielen aus dem terrestrischen, dem küstennahen und dem tiefmarinen Bereich werden die Aussagekraft von (kleinmaßstäbigen) Faziesmerkmalen, Spurenfossilen und der (großmaßstäbigen) Geometrie der Ablagerungseinheiten analysiert. Auch der Einfluss von Kontrollfaktoren (Meeresspiegel, Tektonik, Klima) auf die Entwicklung der Ablagerungssysteme wird einbezogen.

Das Praktikum ist konzipiert vorrangig für Studenten im MSc Earth Sciences. Übernachtet wird in Zelten auf dem Campingplatz Dueodde. Ein Finanzierungszuschuss seitens der Universität Greifswald steht zur Verfügung.

Hiddensee-Praktikum (Geländemethoden der Sedimentgeologie)

Hiddensee-Praktikum (Geländemethoden der Sedimentgeologie)

Blick vom pleistozänen Inselkern Hiddensees, dem Dornbusch, über die Bessiner Haken nach Rügen

Zeitraum: 24.05. – 29.05.2022 (Gruppe 1), 07.06. – 12.06.2022 (Gruppe 2)

Leitung: Prof. Heiko Hüneke, Dr. Michael Kenzler

Ziel des Praktikums ist vor allem die Aneignung grundlegender Aufnahme- und Dokumentations­techniken der Sedimentgeologie und der Stratigraphie. Darüber hinaus steht die Vermittlung von Grundwissen über klastische Sedimentationsprozesse im Vordergrund. Rezente Transport- und Sedimentationsprozesse im Küstenbereich und eiszeitliche Ablagerungen liefern anschauliche Beispiele. Nebenbei lernen sie die geologische Entwicklung der Insel Hiddensee kennen. Ihre Entwicklungsgeschichte ist beispielhaft für die Küstenregionen im südlichen Ostseeraum. Maßnahmen des Hochwasserschutzes werden vorgestellt und im Hinblick auf ihre Auswirkungen untersucht.

Vorrangig für Studenten im BSc Geologie. Übernachtet wird in der Biologischen Station der Universität Greifswald in Kloster. Ein Finanzierungszuschuss zur Exkursion seitens der Universität steht zur Verfügung.

Baltikum-Exkursion

Baltikum-Exkursion

Zeitraum: 15.08.-26.08.2022
Leitung: Dr. Sebastian Lorenz & Conrad Brinkmann
Themen: 

  • Ostsee – Genese, Hydrographie, Ökologie und wirtschaftliche Bedeutung
  • Seen-, Fluss- und Talentstehung
  • Glaziale Isostasie und Neotektonik
  • Moorentstehung, -nutzung und -bedeutung
  • Glazialmorphologie – Moränen, Drumlins,Thermokarst
  • Landesgeschichten Litauen, Lettland, Estland
  • Handels- und Landnutzungsgeschichte
Südwesten der USA

Südwesten der USA

Zeitraum: Exkursion 1: 28.02.2022 - 14.03.2022
                 Exkursion 2: 15.08.2022 - 26.08.2022
Leitung: Rainer Dambeck und Martin Seeliger

Die Veranstaltung besteht aus der Großexkursion und einem darauf abgestimmten Seminar zur inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung der Seminartage vor Ort. Dieses Seminar findet zusammen mit Studierenden aus Frankfurt online statt. Die Exkursion wird voraussichtlich vom 28.02.2022 bis 14.03.2022 stattfinden. Startpunkt ist San Francisco, Endpunkt ist Las Vegas. Die Exkursion wird mit gemieteten Autos durchgeführt, die von den Teilnehmern selbst gefahren werden. Übernachtet wird in Hotels/Motels und Jugendherbergen jeweils mit Frühstück. Insgesamt wird die Exkursion 15 Tage umfassen. Für die Unterkünfte, die Leihwagen und Eintrittsgelder rechnen wir mit Kosten in Höhe von ca. 1300 Euro. Hin- und Rückflug ist selbst zu organisieren (nicht in den ca. 1300 Euro enthalten; je nach Buchungstermin 400-800 Euro). Ein Finanzierungszuschuss zur Exkursion seitens der Universität wird gewährt.

Themenschwerpunkte sind geomorphologische Höhepunkte und geologische Zusammenhänge in Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah mit den Nationalparks Kings Canyon, Death Valley, Grand Canyon, Meteor Crater, Monument Valley und Zion Canyon. Ferner werden in der Umgebung von San Francisco küstengeomorphologische Themen behandelt, sowie in San Francisco und Las Vegas Aspekte der Besiedlungsgeschichte und der Stadtgeographie diskutiert.

Anbei eine verkürzte Darstellung der Exkursionsroute: Anreise San Francisco – Point Reyes – Sequoia- Nationalpark und Kings-Canyon-Nationalpark – Death Valley – Las Vegas und Hoover Dam – Grand Canyon – Meteor Crater – Monument Valley – Zion Canyon – Abreise Las Vegas.

Nachhaltigkeitsexkursion Berlin

Nachhaltigkeitsexkursion Berlin

Zeitraum: August 2022
Leitung: Prof.*in Stoll-Kleemann
Themen: 

  • Stadtökologie/Biodiversität und der menschliche Einfluss (z. B. Natur-Park Schöneberger Südgelände, Naturkundemuseum)
  • soziale Nachhaltigkeit (z. B. Leben auf der Straße)
  • Ökonomie (z. B. Lobbyismus, Konsum, Mobilität)
  • Energie und Digitalisierung (z. B. Futurium, DLR)
  • (Groß-)Stadtklima (z. B. Grunewald, Tiergarten)
  • Flächennutzung und ihr Konfliktpotenzial (z. B. Tempelhofer Feld, Prinzessinnengarten, Park am Gleisdreieck)
  • Ernährung und Wasser (z. B. Weltacker, Ökowerk)

Vergangene Exkursionen

Am Nordrand der Sahara

Marokko-Exkursion 2019 (Leitung Prof. Heiko Hüneke, Dr. Michael Kenzler)

Die Exkursion war inhaltlich ausgerichtet für Studenten im BSc Geologie und im MSc Earth Sciences. Übernachtet wurde in einfachen Herbergen und Hotels. Ausgangpunkt war Marrakesch. Die Reiseroute führte uns über den Hohen Atlas in den Anti-Atlas und bis an den Nordrand der Sahara, über Taznakht, Agdz, Ouarzazate, Tinghir, Erfoud, Rissani, Merzouga, Alnif, Tazzarine, Zagora, Foum, Zguid, Tissinit, Taroudant, Tata und zurück nach Marrakesch.

Inhaltliche Schwerpunkte der Exkursion waren die Geologie des Hohen Atlas und des Anti-Atlas, das panafrikanische Basement mit Ophiolithen in den geologischen Fenstern des Anti-Atlas, die kambrisch-ordovizische Abfolge des passiven Kontinentalrandes von Gondwana, das Devon der Tafilalt-Plattform mit pelagischer Sedimentation und bioklastischen Konturiten, die variszische Deformation und der Strukturbau des Anti-Atlas, das Atlas-Rift-System mit Syn-Rift- und Post-Rift-Sedimentation, die Inversion des Rift-Systems und der Strukturbau des Hohen Atlas, neogene Vulkanbauten und die Beckensedimentation nördlich und südlich des Hohen Atlas sowie die rezente äolische Sedimentation im Erg Chebbi.

Am Südrand des Hohen Atlas erkundeten wir bei einer Wanderung in der Todrha-Schlucht die Juraabfolge. Riffkalke und Lagunenkalke mit Tepee-Strukturen und Fenstergefügen ließen sich im trockenen Wadi an großen glattpolierten Blöcken studieren. Am oberen Ausgang der Schlucht erwartete uns in einem Bergdorf ein liebevolles Picknick mit gerösteten Erdnüssen und anderen marokkanischen Spezialitäten.

Im Tafilalt begeisterten uns die devonischen Cephalopoden-Kalke und die Mud-Mounds des Hamar Laghad. Aufgebrochen zum Sonnenuntergang auf einer der Sterndünen des Erg Chebbi überraschte uns ein Sandsturm. Auf die Fernsicht mussten wir verzichten. Aber es war ein einmaliges Erlebnis mit Gratis Peeling. Während wir versuchten alle Ritzen am Körper zuschließen taten die Dromedare (und Heiko) völlig unbeteiligt.

Ein Höhepunkt der Exkursion war die Erkundung eines ordovizischen Tunneltales bei Alnif. Bewaffnet mit genügend Wasser für alle Teilnehmer bestiegen wir zunächst den Jebel Tubal. Er bietet einen großartigen Blick auf das eiszeitliche Tunneltal in der marokkanischen Wüste. Trotz eindringlicher Warnung vor dem Verdursten, wagte ein großer Teil der Gruppe die Erkundung der konglomeratischen Füllung im unteren Teil des Tunneltales. Spektakuläre hydraulische erzeugte Deformationsstrukturen waren zu beobachten, die durch hohe Überdrucke unter dem Eisschild verursacht wurden.

In Mhamid, am Ende der Welt, von dem ich eine ganz spezielle Sandprobe mitgenommen habe, sind wir zu einer Sahara-Dünen-Tour aufgebrochen. Es war die Gelegenheit unsere Geländewagen auf ihre Fahrtauglichkeit zu testen. Eines der Fahrzeuge wurde noch vor dem Start als untauglich aussortiert. Ein zweites musste wegen Überhitzung an einer Kameltankstelle im Wadi Draa zurückgelassen werden (und stand erstaunlicherweise bei der Rückfahrt noch immer dort). Im Dünencamp Erg Chigaga östlich des ehemaligen Rukola-Sees bot sich die einmalige Gelegenheit die Umlagerungsprozesses auf der Leeseite äolischer Dünnen theoretisch zu analysieren und physisch durch Sandbording nachzuvollziehen. Kalichekrusten konnten am Wadi Draa studiert werden.

Übernachtet wurde während der Exkursion in einfachen marokkanischen Herbergen, die uns abends und morgens vorzüglich mit Couscous, Tajine und Baghrir verpflegt haben. Um unsere Tagesverpflegung zu sichern, wurden wir allerdings jeden Tag auf neue am Rand eines marokkanischen Suks abgesetzt und mussten mit gewieften marokkanischen Händlern um die Preise von Brotfladen, Avocado und Bananen feilschen. Selbst auf Bier mussten wir nicht verzichten, das in einigen wenigen marokkanischen Ortschaften in speziellen Läden zu bekommen war.

Zum Abschluss der Exkursion wagten wir uns in den großen Suk von Marrakesch, in dem man alles kaufen konnte was das Herz begehrt. Doch man sei gewarnt, wenn man einheimische Marokkaner nach dem Weg fragt, wird man zielsicher immer tiefer in das Dickicht aus dunklen Gassen und Hinterhöfen gelost. Es bleibt ein Wunder, dass aller Teilnehmer am nächsten Tag das Flugzeug rechtzeitig erreicht haben. Ali Baba Tours lässt grüßen.

Text: Julia Krahl

Fotos: Julia Krahl, Michael Kenzler und Heiko Hüneke


Mit dem Rad durch MV

August 2021

Mit Fahrradtaschen, Zelten und jeder Menge sportlicher Motivation brachen wir am 2. August 2021 zu unserer neuntägigen Fahrradexkursion durch Mecklenburg-Vorpommern auf. Die erste Tour führte uns über Loitz an der Peene entlang bis zum Wasserwanderrastplatz Trittelwitz. Dort wurden dann zum ersten Mal die Zelte aufgeschlagen, etwas, worin wir die kommenden Tage noch Profis werden würden.

Am zweiten Tag ging es schon früh weiter, also hieß es Zelte abbauen, Räder satteln und auf geht’s. Ein Vorteil dabei war unser Begleitfahrzeug und Lastentransport. So konnten wir auf große Taschen am Fahrrad verzichten. Ziel dieses Mal war der Zeltplatz in Dahmen. Schon nach der zweiten Tour wurde uns bewusst, dass die geplanten Kilometer nicht der Realität entsprachen, statt gemütlichen 45 Kilometern fuhren wir schnell mal 60-70 Kilometer. Jedoch wurden die Fahrten aufgelockert durch interessante Vorträge der Studierenden und Dozierenden, Wettrennen auf Waldwegen, obligatorisches Kirschkernweitspucken, welches meist Herr Dr. Lorenz gewann, oder auch gemütliche Picknicke mitten im Nirgendwo.

Die verschiedenen Rast- und Zeltplätze lagen immer nah an Gewässern, sodass wir uns nach einer anstrengenden Strecke auch abkühlen konnten.

Über Klocksin, Ortkrug und Krakow erreichten wir am vierten Tag das Highlight unserer Tour, den Krakower See sowie die Insel Großer Werder. Das abgeschiedene Naturparadies ohne fließend Wasser und Strom, dafür aber mit Eseln und Schafen, bot uns den idealen Zeltplatz für zwei Nächte. Hier konnten wir uns von den vergangenen über 150 Kilometern erholen. Abends wurde dann zusammen gekocht und am Lagerfeuer gesungen.

Auch, wenn das Sitzen auf dem Fahrrad immer schmerzhafter wurde, ging es am sechsten Tag weiter vorbei am Mildinitz Durchbruchtal nach Sternberg, der westlichste Punkt unserer Route. Von dort aus ging es dann langsam wieder zurück nach Greifswald. Das jedoch nicht ohne Regen, Fahrradpannen und erneutem Kirschkernweitspucken.

Die letzte Nacht der Exkursion verbrachten wir auf dem Wasserwanderrastplatz in Nehringen, wo wir die erlebnisreiche Tour am Lagerfeuer mit Pizza und Musik ausklingen ließen. Bis in die späten Abendstunden wurde die Exkursion ausgewertet, Geschichten erzählt und das Beisammen sein nach ewigen Einschränkungen durch die Pandemie zelebriert.  

Am 10. August wurden dann zum letzten Mal die Räder gesattelt und die Zelte verpackt, bevor es endgültig zurück nach Greifswald ging. Auch, wenn die Freude am Ziel nach über 400 Kilometern Fahrradtour groß war, blicken wir auf eine unvergessliche und einzigartige Zeit zurück, in der wir Mecklenburg-Vorpommern, die Kommiliton*innen und auch unsere Dozierenden auf eine ganz andere Weise kennenlernen konnten. Am Ende waren sich alle sicher, diese Fahrradexkursion würden wir jeder Zeit wieder unternehmen.

Text: Nicole Gnauck
Bilder: Conrad Brinkmann und Tobias Busse