Lehre im Fach Sedimentologie | Prof. Dr. Heiko Hüneke

Sedimentpetrologie und Methoden der Sedimentologie:

Grundsätzliche Prozesse bei der Bildung von Sedimentgesteinen stehen im Vordergrund: (1) Erosion, Transport und Ablagerung von detritischen Komponenten im strömenden Wasser und in der Luft; (2) Bildung biogener, biochemischer und organischer Sedimente im subaquatischen und terrestrischen Bereich; (3) Entstehung chemischer Sedimente.

Für jede Gesteinsgruppe werden die mineralogische Zusammensetzung, ihre Sedimentgefüge, diagenetische Merkmale und mögliche Klassifikationen besprochen. Dazu zählen klastische Sedimentgesteine, Karbonate, Evaporite, Opal- und Kieselgesteine, sedimentäre Phosphate, sedimentäre Eisenerze, Kohle und Erdöl sowie pyroklastische Gesteine.

Polarisationsmikroskopie und Gesteinsmikroskopie:

Mineral- und Gesteinsbestimmung mit Hilfe der Polarisationsmikroskopie

Erlernt werden Methoden der Mineralbestimmung und der Klassifikation von Magmatischen, Sedimentären und Metamorphen Gesteinen an Hand von Gesteins-Dünnschliffen.

Als Grundlage werden die optischen Eigenschaften der gesteinsbildenden Minerale behandelt: Lichtdurchlässigkeit, Eigenfarbe, Gestalt, Umrisse, Habitus, Spaltbarkeit und Spaltwinkel, Absorptionsfarbe, Relief und Flimmern, Lichtbrechung relativ zu benachbarten Mineralen oder zum Einbettungsmedium mit Hilfe der Beckeschen Linie, Doppelbrechung, Farbtafel nach Michel-Levy, Isotropie, Anisotropie, Auslöschung, Zwillingsbildung, Zonarbau, Alteration, Anomale Interferenzfarben, Optischer Charakter der Hauptzone.

Sedimentäre Ablagerungsräume:

Einführung in das Bildungsmilieu und die fazielle Ausbildung von Sedimenten sowie die Geometrie ihrer natürlichen Ablagerungseinheiten

Ablagerungsprozesse und Faziesmodelle stehen inhaltlich im Vordergrund.

Behandelt werden (1) Alluviale Ablagerungen – Flüsse, Schwemmfächer, Fächerdeltas; (2) Klastische Küsten – Steilküsten, Geröllstrände, Deltas, Trichtermündungen, Gezeitenebenen, Barriere-Inseln und Lagunen, Strandwall-Systeme; (3) Klastische Flachmeere – Schelf-Meere und epikontinentale Meere; (4) Ablagerungen der Tiefsee – Schelfrand, Kontinentalabhang, Tiefsee-Ebene, Pelagische Plattformen: episodische Resedimentation, quasi-stetige Bodenströmungen, pelagischer Niederschlag und hemipelagische Advektion; (5) Karbonatische Ablagerungen – heterozoische und photozoische Karbonate; (6) Lakustrine Ablagerungen – Seen; (7) Äolische Ablagerungen – Wüsten; (8) Glaziale und periglaziale Ablagerungen.

Sedimentbecken und Sequenzstratigraphie:

Räumlich-zeitliche Faziesmuster und stratigraphische Architektur von Sedimentbecken

Behandelt werden die inhaltlichen und methodischen Grundlagen einer paläogeographischen Beckenanalyse (Faziesanalyse, Stratigraphische Korrelation, Grundlagen der Datengewinnung und Kartierung, Sequenzstratigraphie) sowie kontrollierende Faktoren während der Beckenentstehung und -entwicklung.

Inhaltliche Schwerpunkte sind: (1) Sequenzstratigraphie; (2) Tektonik, Subsidenz, thermische Entwicklung und Füllung von Sedimentbecken; (3) Sedimentation und Faziesmuster in rezenten und fossilen Sedimentbecken – Rift-Becken, Kontinentale Terrassen und Rücken, Tiefsee-Rinnen, Forearc-Becken, Intraarc-Becken, Interarc und Backarc-Becken, Retroarc-Vorland-Becken, ozeanische Restbecken, kollisionsbezognene Forearc-Becken, Strike-Slip-Becken, intrakratonische Becken; (4) Ökonomische Nutzungspotentiale von Sedimentbecken.

[ H. Hüneke, 9. Januar 2019 ]