Forschung

Forschungsprofil

Die Forschung des Lehrstuhls Humangeographie orientiert sich an dem stark expansiven Forschungsfeld „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“. So ist die Wissenschaft heute gefordert, Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen technische und soziale Innovationen, die als Treiber notwendiger Veränderungsprozesse gesehen werden. Ausgangspunkt ist das Postulat, dass wirtschaftliches Handeln prinzipiell in gesellschaftliche Prozesse eingebunden ist. Damit einher geht die Entwicklung von Zielen, Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Transformative Forschung, die sich am Leitbild der Nachhaltigkeit orientiert, erkennt an, dass nicht allein die wissenschaftlichen Institutionen wichtige Orte der Wissensproduktion darstellen. Vielmehr entsteht Wissen vielfach außerhalb von wissenschaftlichen Einrichtungen, beispielweise in der Wirtschaft, bei Verbänden, Interessensvertretungen oder bei regionalen Akteuren in der beruflichen Praxis. Gleichzeitig richtet die Wissenschaft ihre Forschung explizit an den gesellschaftlichen Herausforderungen aus und ist zunehmend interdisziplinär organisiert. Der Forschungsprozess selbst ist partizipativ und explorativ, erfolgt unter Unsicherheit und beteiligt möglichst alle relevanten Stakeholder. Damit einher geht eine zunehmende Reflexivität der Wissenschaft, d.h. die Praxis der eigenen Forschung wird verstärkt reflektiert.

Forschungsverbünde sind wesentliche Elemente transformativer Wissenschaft. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen, wie z.B. die vielfach eingeforderte Agrarwende, erfordern eine systemische Perspektive, die verschiedene Disziplinen und Ansätze integriert. Nur interdisziplinäre Verbünde können die Bedingungen, unter denen sich grundlegende Veränderungsprozesse in sozio-technischen Systemen realisieren lassen, adäquat analysieren und Gestaltungsempfehlungen entwickeln, die neue Produkte oder Technologien, den sozio-ökonomischen Kontext und das Verhalten von Individuen gleichermaßen berücksichtigen. Dabei nehmen ‚Agents of Transition‘ als Pioniere des Wandels eine Schlüsselrolle ein.

Transformative Forschung entwickelt Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen und zeigt Handlungsoptionen auf, um notwendige Veränderungsprozesse zu unterstützen. Neben klassischem Systemwissen ist somit Transformationswissen erforderlich, das die Governance von Veränderungsprozessen (Transition Management) unter Berücksichtigung von Handlungspraktiken und Netzwerkkonfigurationen in den Mittelpunkt stellt. Hierbei kann Wissenschaft selbst durchaus ein Pionier des Wandels sein. In diesem Zusammenhang kommt neben der Fachwissenschaft auch der Didaktik eine besondere Rolle zu.


Forschungsprojekte


DialogPlant3 im Bündnis „Plant3: Wissen, Innovation, Wandel“

DialogPlant3 im Bündnis „Plant3: Wissen, Innovation, Wandel“; gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „WIR!– Wandel durch Innovation in der Region“, (2021-2023).

Das Bündnis Plant³ tritt an, einen substanziellen Beitrag zu einem wissens- und innovationsbasierten Strukturwandel in der Region nordöstliches Mecklenburg-Vorpommern zu leisten. Durch das Vorhaben soll sich ein einzigartiges Profil als Bioökonomie-Region mit Vorbildfunktion für die nachhaltige Transformation ländlicher Räume entwickeln. Die Umsetzung der Vision basiert auf innovativen Strategien zur hochwertigen Veredelung von pflanzlichen Rohstoffen in den drei Handlungsfeldern Land, Moor und Meer. Insgesamt stehen dem Bündnis bis zu 15 Millionen Euro zur Verfügung.

DialogPlant³ unterstützt die gesellschaftliche Transformation hin zur pflanzenbasierten Bioökonomie durch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die auf einen ganzheitlichen Dialogprozess unter Einbezug relevanter Stakeholder*innen und der Zivilgesellschaft abzielen. Es werden neue Methoden beforscht, entwickelt und erprobt, um unterschiedliche Perspektiven im Bereich der Bioökonomie zu erschließen, die für den bio-basierten Strukturwandel im nordöstlichen Mecklenburg-Vorpommern bedeutsam sind.

Ansprechpartner: Christine Tamásy & Oliver Klein


Smart and Sustainable Urban Mobility Plan (SSUMP)

Smart and Sustainable Urban Mobility Plan (SSUMP) – Modellprojekt Greifswald 2020 (einjährige Konzeptphase);
gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „MobilitätsWerkStadt 2025“
Wissenschaftliche Begleitung im Auftrag der Stadt Greifswald

Ansprechpartner: Oliver Klein


Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)

Universität Greifswald. Konzeptphase 2019 bis 2021; BMBF

Das IFZO soll sich mit zentralen Fragen und Herausforderungen der Gegenwart im Ostseeraum beschäftigen und einen klaren Fokus auf die Geistes- und Sozialwissenschaften legen. Die Fragestellungen orientieren sich zum einen an interregionalen bzw. zwischenstaatlichen Strategien und Diskursen und zum anderen an den spezifischen nationalen Interessen der Staaten des Ostseeraums.

Sprecherin für den Forschungsbereich Regionale Entwicklung und ländliche Räume

https://phil.uni-greifswald.de/institute/einrichtungen/ifzo/


Transition pathways and shifting geographies in agrifood production networks

Bearbeiter: Oliver Klein

Habilitationsprojekt, 2017-2020


Diskursive Repräsentationen deutscher Städte – der Beitrag des Tourismus

Bearbeiter: Julius Brandt

Promotionsvorhaben, 2018-2021


Fischereipolitik als Assemblage

Bearbeiter: Clemens Lisdat

Promotionsvorhaben, 2018-2021


Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung, MWK, Niedersachsen

Niedersächsisches Vorab „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ (VolkswagenStiftung & Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) 2016-2019;

  • Analyse von multiskalaren Netzwerkkonfigurationen in der Nutzpflanzenproduktion und
  • Wandel von Innovationsprozessen in räumlicher Perspektive

im Verbundprojekt „Bioökonomie 2.0: Innovationspotenziale von Nebenströmen der Lebensmittelverarbeitung“; Projektpartner: Universität Greifswald (Sprecher), Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik (Quakenbrück), Hochschule Osnabrück, Universität Hannover, Universität Göttingen, Universität Vechta

https://www.uni-vechta.de/einrichtungen-von-a-z/ispa/forschung/verbundprojekt-biooekonomie/

 

Niedersächsisches Vorab „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ (VolkswagenStiftung & Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) 2015-2019;

  • Verantwortungslogiken als Determinanten nachhaltiger Handlungspraktiken

im Verbundprojekt „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive“; Projektpartner: Universität Göttingen (Sprecher), Universität Greifswald, Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik (Quakenbrück)

https://www.uni-goettingen.de/de/519937.html