Warum Moore?
Moore sind in erster Linie Feuchtgebiete, welche unter ständigem Wasserüberschuss stehen. Dadurch besteht im Boden ein Sauerstoffmangel und totes organisches Material kann nur teilweise zersetzt werden. Das dabei entstehende Sedandat nennt man Torf. Er ist einer der Gründe, warum Moore überhaupt trockengelegt werden. Denn Torf ist sehr beliebt als Zusatz zu Pflanzenerde und als Brennstoff. Doch der wohl gravierendste Grund für die Entwässerung, ist die landwirtschaftliche Nutzung der Moore. Bei der herkömmlichen landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren werden die Grundwasserstände abgesenkt. Dadurch kommt es zu Torfsackung und -schwund.
Das Problem: Im Torf ist viel Kohlenstoff gebunden, welcher dann in die Atmosphäre freigesetzt wird und als Klimagas wirkt. Außerdem spielen Moore weltweit eine entscheidende Rolle für die Biodiversität und den Wasserhaushalt. Das Wachstum der Moore begann in Deutschland nach der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren, heutigen Schätzungen zufolge sind bereits über 90 Prozent der Moore in Deutschland entwässert oder zerstört. Weltweit gehen jährlich etwa 500.000 Hektar Moorfläche verloren.
Daher ist es wichtig, sich möglichst schnell für die Wiedervernässung und Schutz von Mooren zu engagieren. Und, allem voran, den Menschen die Wichtigkeit von Mooren näher zu bringen - so wie wir es auf dem Moorkongress tun wollen!
Warum sind Moore so wichtig?
1.Kohlenstoffspeicher und Klimaschutz: Moore bedecken nur etwa drei Prozent der globalen Landfläche, aber speichern rund 550 Gigatonnen Kohlenstoff – das entspricht etwa 30 Prozent des Kohlenstoffs, der in terrestrischen Ökosystemen gebunden ist, und mehr als dem doppelten der Kohlenstoffmenge, die in der lebenden Biomasse aller Wälder der Erde gespeichert ist. Sie wirken als natürliche CO₂-Senken, indem sie abgestorbene Pflanzenreste unter Luftabschluss konservieren und so die Freisetzung von Treibhausgasen verhindern. Werden Moore jedoch entwässert, wird dieser gespeicherte Kohlenstoff als CO₂ freigesetzt und trägt erheblich zur Klimaerwärmung bei – weltweit stammen etwa 5% der menschengemachten CO₂-Emissionen aus entwässerten Mooren.
2. Biodiversität: Moore bieten einen einzigartigen Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten, die sich an die besonderen Bedingungen angepasst haben. In Europa sind etwa 50 % aller bedrohten Vogelarten auf Moore angewiesen. Dazu gehören der seltene Kranich, der in intakten Moorlandschaften brütet oder Pflanzen wie der Sonnentau, der den Stickstoffmangel durch Insektenfang ergänzt. Unten in der Slideshow könnt ihr noch weitere Pflanzen entdecken, die durch die Entwässerung bedroht sind.
3. Wasserhaushalt und Hochwasserschutz: Intakte Moore wirken wie natürliche Schwämme: Sie speichern große Mengen Wasser und geben es langsam wieder ab. Dadurch tragen sie zur Grundwasserneubildung bei, kühlen die Landschaft durch Verdunstung und können als Pufferzonen für Überschwemmungen dienen. Denn ein gesundes Moor kann bis zu 95% aus wassergefülltem Porenraum bestehen. Durch die Entwässerung von Mooren gehen diese regulierenden Funktionen verloren.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: