Lehrstuhl für Regionale Geologie | Strukturgeologie

Regionale Geologie befasst sich mit den geologischen Gegebenheiten einzelner Regionen. Um die geologische Entwicklungsgeschichte eines Gebietes zu verstehen, ist es nötig, das Gebiet im Ganzen und in Beziehung zu seinem geologischen Umfeld zu verstehen. Politische Grenzen sind hier verständlicherweise nicht von Bedeutung. Es gilt, die unterschiedlichen Gesteinseinheiten zu charakterisieren, geologische Karten zu interpretieren, aus weiteren umfänglichen Daten die Geschichte zu rekonstruieren und sich mit dem Verhältnis Mensch/Umwelt aus geologischer Perspektive zu beschäftigen. Dabei handelt es sich um Fragen zur regionalen Verteilung und Nutzung von Rohstoffen oder bestimmten Eigenschaften und um die Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Disziplinen der Geowissenschaften. So stellen regionalgeologische Betrachtungen den Hintergrund für die Nutzung von Lagerstätten, zu hydrogeologischen Fragestellungen und zur Baugrundgeologie im Allgemeinen dar.

Basis für die regionale Geologie sind geologische Karten, in denen neben der räumlichen Verteilung von unterscheidbaren Gesteinseinheiten auch die Lagerungsverhältnisse und strukturelle Besonderheiten abgebildet werden. Die Verknüpfung unterschiedlichster geowissenschaftlicher Daten ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Geologie. Dazu zählen z.B. Daten aus der Stratigraphie und Paläontologie (zeitliche Einteilung der Gesteinseinheiten), Tektonik (Störungen, Falten, Einzelstrukturen), Petrologie (Gesteinsaufbau, Gesteinsphysik) und insbesondere auch der Geophysik (Seismik, Magnetik, Schweremessungen).

Strukturgeologie befasst sich mit Gesteinsstrukturen, die durch Verformungen jeglicher Art entstanden sind. Die räumlichen Beziehungen der Gesteine und Strukturen zueinander werden durch strukturgeologische Messungen abgebildet. Untersuchungsgegenstand sind z. B. Falten, Brüche, Scherzonen und Mineralgefüge in Gesteinen in lokalem und regionalem Maßstab. Die Geodynamik befasst sich darüber hinaus mit globalen tektonischen Zusammenhängen. Dabei spielt insbesondere die Plattentektonik eine tragende Rolle als umfassendes und alle Disziplinen der Geowissenschaften verbindendes Paradigma.

Die Strukturgeologie versucht Strukturen zwei- und dreidimensional zu erfassen und tektonische Modelle zu entwerfen. Kräfte und Spannungen in Gesteinen, Brüche, Reibungsgleiten, Knickung und plastisches Versagen werden im Experiment nachgebildet. Die Kinematik tektonischer Bewegungen und deren zeitliche Änderung soll in regionalem und globalem Maßstab ermittelt werden. Im speziellen handelt es sich um die Interpretation von Störungsdaten, Faltengeometrien, Deformationsmechanismen und Gesteinstexturen. Die Interpretationen sind ohne die Nutzung von Daten anderer Teildisziplinen der Geowissenschaften wie Petrologie, Sedimentologie, Geophysik, Gesteinsmechanik oder Geomorphologie nicht möglich.


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Institut für Geographie und Geologie
Regionale Geologie und Strukturgeologie

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